Karl Ebeling

Band 1
Ausgabe 1
08.05.1945


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Karl Ebeling

Karl Ebeling wurde 1892 in Bisperode, Kreis Holzminden als Sohn einer ledigen Mutter geboren. Nach dem Abschluss der Volksschule beginnt er in Langenhagen eine Ausbildung zum Krankenwärter, die er aber unterbrechen muss, weil er im ersten Weltkrieg als Soldat eingezogen wird. 1919 konnte er seine Ausbildung trotz einer Kriegsbeschädigung abschließen, er arbeitet dann etliche Jahre als Landarbeiter und ab 1928 als Textilarbeiter in Nordhorn. Dort tritt er, der 1925 der SPD beigetreten war, 1930 in die KPD ein. Als er im Juni 1933 in die sogenannte “Schutzhaft” genommen wird ist er arbeitslos. Ihm wird vorgeworfen, Arbeiter aus dem Ruhrgebiet, die in seiner Wohnung angetroffen wurden seien Kuriere der KPD. Alle Beteiligten werden im Juli in das KZ Moringen verlegt. Er erinnert sich an die Folterungen in einem eigens eingerichteten Raum: “Die Brutalität fing an, als die Polizei von der SS abgelöst und SS-Sturmführer Kordes [Cordes] Kommandant wurde. Er richtete einen Raum ein, den sie “Freudenzimmer” nannten. So mancher hat dieses “Freudenzimmer” kennengelernt.”
Von Moringen wird er im Herbst 1933, bedingt durch seine Kriegsverletzung, Haft und Folter mittlerweile als Invalide, in das KZ-Krankenlager Zuchthaus Brandenburg verlegt. Die übrigen Nordhorner werden in das KZ Esterwegen überführt. Anfang März 1934 wird Karl Ebeling aus dem KZ entlassen und kann in Nordhorn wieder als Hilfsarbeiter in einer Textilfabrik arbeiten. Von dort zieht er nach Lauenstein im Landkreis Hameln-Pyrmont, um der dauernden Bespitzelung in Nordhorn zu entgehen. Doch auch dort wird er unmittelbar nach seinem Umzug im Februar 1939 verhaftet und bis Juli des Jahres festgehalten, das Verfahren wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” wird dann aber mangels Beweise eingestellt. Währenddessen war Karl Ebelings Frau Lina gestorben, es gelingt ihm der SS klar zu machen, dass er sich um seine fünf Kinder kümmern muss, so dass er nach der Haftentlassung nicht erneut in ein KZ eingeliefert wird.
Nach dem Krieg kämpft er einen langen, zum Teil aussichtslosen Kampf um Entschädigung. Immer wieder behauptet der Kreissonderhilfsausschuß Hameln es fehlten Unterlagen. Er antwortet empört: “Meine Herren hätten Sie nur 8 Tage in diesen KZ, in der Werkstätte für die Mörder der nachfolgenden Vernichtungslager, als Häftlinge verbracht, dann würden sie solche Entscheidungen nicht treffen.” Im Oktober 1963 starb Karl Ebeling in Lauenstein.

Zum Weiterlesen: Espelage, Gregor, Das Männer-Konzentrationslager Moringen 1933. Selbstzeugnisse und Lebensspuren ehemaliger Häftlinge, hrsg. im Auftrag der Geschichtswerkstatt Hardegsen von Uwe Deppe, Ralf Spiwoks, Ms. Göttingen 1999

 


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09.05.2005
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an sie zu verändern." Karl Marx