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Band 1
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                  Ortszeitung der DKP-Hameln                31. Jahrgang Februar 2002

 

Actaris vernichtet über 400 Arbeitsplätze

 Im November 2001 wurde der ehemalige AEG Betrieb „Schlumberger“ in der Kuhbrückenstraße Hamelns von Actaris übernommen. Actaris will nun, im 3. Quartal 2002 beginnend, 320 der 420 Arbeitsplätze plattmachen. Wie lange die dann verbleibenden 100 Beschäftigten bleiben könne, hänge von den „Marktbedürfnissen“ ab, erklärte die Geschäftsführung.

 Das wird dann wohl das Ende von AEG in Hameln sein.

 Wer ist Actaris?

Der sogenannte „Global Player“ Actaris gehört der 1985 gegründeten Finanzgesellschaft „LBO France“ und 2 früheren Top-Managern des Schlumberger-Konzerns Jean-Paul Bize und Clermont Matton. Bei Actaris sind rund 8000 KollegInnen an 60 Standorten in mehr als 30 Ländern beschäftigt. Der Jahresumsatz im Jahr 2000 betrug 775 Millionen US-Dollar, umgerechnet 883 Millionen Euro.

 Die Bekanntgabe der Unternehmensentscheidung

Im Anschluß an die Tagung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstag, den 07.02.2002 hat die Unternehmensleitung zu einer Belegschaftsversammlung geladen. Gerüchte über die Einstellung der Zählerproduktion machten die Runde. Am Donnerstag verkündete die Geschäftsführung dann die anstehende Vernichtung von 320 Arbeitsplätzen.

 Die Bedeutung für die Beschäftigten

Noch in den 60ern arbeiteten über 3.000 Beschäftigte bei AEG. Viele der betroffenen KollegInnen arbeiten seit Jahren bei der ehemaligen AEG, haben Höhen und Tiefen des Unternehmens mitmachen müssen. Die jetzigen Massenentlassungen stoßen die KollegInnen in die Arbeitslosigkeit. Ob Familien ernährt werden, Miete gezahlt, oder Schulden getilgt werden müssen, das interessiert niemanden aus der Geschäftsführung.

 Die Bedeutung für die Geschäftsführung

Für die Geschäftsführung geht es nur um den Profit und der ist eben aus ihrer Sicht nicht hoch genug. Die Zählerpreise seien eingebrochen...die Nachfrage nach dem Zähler C 114 lasse nach... Ausgelagert werden daher: Montage und Prüfung des Drehstomzählers „C 114“, Baugruppen-Montage, Kunststoff-Spritzerei, Dreherei, Fertigung Typenschilder und Läufer und die Ausbildungswerkstatt. Insgesamt vernichten sie in Hameln zunächst 320 Arbeitsplätze. Dann stimmen die Zahlen der Geschäftsführung erst einmal wieder, aber wer weiß wie lang. Wen interessiert da schon die Zukunft der Beschäftigten?

Die Reaktion der KollegInnen

Nachdem bei einer Betriebsversammlung die Geschäftsführung die KollegInnen über die künftigen Pläne in Kenntnis setzte, wurde sie minutenlang mit Trillerpfeifen ausgepfiffen. Transparente wurden hochgehalten Und unter Protest zog die Belegschaft dann gemeinsam mit der IG Metall vor die Tore. Dort konnten sich die KollegInnen erst einmal Luft verschaffen. Dutzende dunkelblaue „Actaris“ Regenschirme, die dürftigen Weihnachtsgeschenke der Firma, wurden zunächst mit Totenkreuzen verziert. Danach gingen die Schirme dann in Flammen auf.

 Die Position der IG Metall

Hamelns IG Metall-Chef Peter Kurbjuweit kritisierte die Entscheidung des Unternehmens: „Wieder einmal spielt ein internationaler Konzern sein Globalisierungs-Monopoly auf dem Rücken von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Actaris als Schlumberger-Nachfolger steht in der Pflicht und darf sich nicht aus der Region zurückziehen.“

Betriebsratsvorsitzender Hartmut Richter erklärte: „Wir werden nicht kampflos untergehen. Die Belegschaft ist bereit zu kämpfen. Wir verlangen, dass den Menschen Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden.“

Die DKP fordert den uneingeschränkten Erhalt der Arbeitsplätze in Hameln. Die KollegInnen haben die letzten Jahre genug einstecken müssen. Jetzt muss endlich mal die Kapitalseite in ihre Verantwortung genommen werden. Wir unterstützen uneingeschränkt den Kampf der Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze!!

 

Wer Arbeitsplätze vernichtet, gehört eingesperrt! Mindestens aber enteignet! Eigentum verpflichtet!

Solidarität mit den KollegInnen von Actaris!

Für den Erhalt der Arbeitsplätze in Hameln!

 


 

 

DKP_Hameln@gmx.net
11.05.2005
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an sie zu verändern." Karl Marx